Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) handelt es sich um eine Form der Fehlsichtigkeit. Weitsichtige halten Bücher und Zeitschriften gerne am gestreckten Arm von sich weg, um sie zu lesen. Denn während sie weit entfernte Gegenstände besser erkennen können, erscheint ihnen Nahes unscharf. Die Ursache dafür liegt in einer zu geringen Brechkraft des Systems Hornhaut-Glaskörper-Augenlinse (Brechungshyperopie) oder einem zu kurzen Augapfel (Achsenhyperopie).
Die beim Blick in die Ferne nahezu parallel in das Auge einfallenden Lichtstrahlen werden bei Weitsichtigkeit so gebündelt, dass ein scharfes Bild eines Objektes erst hinter der Netzhautebene entsteht (siehe Kapitel Ursachen). Der Weitsichtige kompensiert dies, indem er die Brechkraft seiner Linse durch die Aktivität seines sogenannten Ziliarmuskels verändert. Ein Vorgang, der Akkomodation genannt wird (siehe Kapitel Ursachen).
Diese Taktik funktioniert bei weit entfernten Gegenständen und in jungen Jahren oft gut. Bei sehr nahen Gegenständen wird es jedoch schwieriger, da die Erhöhung der Linsenbrechkraft begrenzt ist. Ab etwa dem vierzigsten Lebensjahr nimmt zusätzlich die Elastizität der Linse und damit auch ihre Brechkraft ab (Alterssichtigkeit), so dass sich die Beschwerden einer Weitsichtigkeit verstärken.
Die Brechkraft des Auges wird in der Maßeinheit Dioptrie (dpt) gemessen. Bei Fehlsichtigkeit weicht die Zahl vom Normalwert 60 bis 65 dpt ab. Wie stark die Abweichung im Einzelfall ist, wird mit einem Plus bei Weitsichtigkeit (zum Beispiel +3) und einem Minus bei Kurzsichtigkeit angegeben.
Beheben lässt sich eine Weitsichtigkeit mit Kontaktlinsen oder einer Brille. Unter bestimmten Bedingungen kommt auch eine Operation, zum Beispiel mit Laser, als Behandlung in Frage.
www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 06.08.2010
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