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Krebs: Welche Tumorarten es gibt

Die Diagnose Krebs schockiert. Doch nicht jeder bösartige Tumor hat eine düstere Prognose, es gibt auch Hoffnung. Hier erhalten Sie einen kleinen Überblick zum Thema


Die Grafik zeigt schematisch, wie sich ein Tumor bildet, vergrößert und Anschluss an die Blutbahn findet

Was ist Krebs?

Mediziner sprechen von einem Tumor, wenn sich körpereigene Zellen vermehren und in einem Gewebe oder Organ eine Geschwulst bilden. Diese Geschwulst kann gut- oder bösartig sein. Handelt es sich um einen bösartigen (malignen) Tumor – umgangssprachlich Krebs genannt –, können die Krebszellen dabei sogar unkontrolliert das gesunde Gewebe verdrängen. Zudem können die entarteten Zellen auch in benachbarte Organe oder Gewebe eindringen und sich über die Blutgefäße oder das Lymphsystem ausbreiten. So können sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Daneben gibt es gutartige (benigne) Tumore. Hierbei dringt die Geschwulst jedoch nicht in benachbartes Gewebe ein und bildet zudem keine Metastasen.


Warum ist Krebs so gefährlich?

Ein bösartiger Tumor ist gefährlich, weil sich die Krebszellen wesentlich schneller teilen als gesunde Körperzellen. Das entartete Gewebe wächst dadurch schneller und verdrängt gesundes Gewebe. Zudem kann der Tumor dem Gewebe oder Organ, in dem er sich bildet, wichtige Nährstoffe entziehen. Breitet sich der Tumor aus und findet Anschluss an die Blutbahn oder das Lymphsystem, gelangen die Krebszellen über diese Transportwege in weitere Gewebe. Auf diese Weise können sich in anderen Körperbereichen Tochtergeschwülste bilden, sogenannte Metastasen.

Krebs ist im allgemeinen umso gefährlicher, je schneller er wächst, je eher er zur Bildung von Metastasen neigt und je entarteter die Krebszellen sind.

Welche Krebsarten kommen in Deutschland am häufigsten vor?

Prostatakrebs stellt bei Männern den mit Abstand am häufigsten vorkommenden Tumor dar. Darauf folgen Darmkrebs und Lungenkrebs. Frauen betrifft in erster Linie Brustkrebs. Doch auch hier steht Darmkrebs an Stelle zwei, gefolgt vom Bronchialkarzinom. Diese Angaben beruhen auf Schätzungen des Robert-Koch-Institutes.

Insgesamt sind im Jahr 2006 knapp 427.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Im Vergleich zu 1980 hat die Zahl der jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen bei Frauen damit um 35 Prozent zugenommen. Bei Männern stieg die Rate um mehr als 80 Prozent. Experten vermuten, dass dies vor allem durch die höhere Lebenserwartung bedingt ist. Frauen erkranken im Durchschnitt in einem Alter von 68 Jahren an einem Tumor, Männer mit 69 Jahren. Krebs stellt – laut dem Statistischen Bundesamt – nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache hierzulande dar. Doch die Krebssterberate hat, verglichen mit dem Jahr 1980, um mehr als 20 Prozent abgenommen. Von den an Krebs erkrankten Menschen verstirbt heute also ein geringerer Anteil als 1980.

Wie lässt sich ein bösartiger Tumor prinzipiell behandeln?

Die Therapie hängt unter anderem davon ab, um welche Krebsart es sich handelt, wie groß der Tumor ist und ob er bereits Tochtergeschwülste gebildet hat. Nach wie vor spielen aber die Operation, die Chemotherapie sowie die Strahlentherapie eine wichtige Rolle in der Behandlung vieler Tumore. Die Operation zielt darauf ab, durch einen chirurgischen Eingriff das entartete Gewebe zu entfernen. Hat der Krebs noch keine Metastasen gebildet und lässt er sich ganz beseitigen, stehen die Chancen auf Heilung meist recht gut. Oft wird die Operation mit einer Strahlen- und/oder Chemotherapie kombiniert. Durch diese Methoden sollen entweder – nach dem Eingriff – noch vorhandene Krebszellen abgetötet werden. Oder – wenn diese Therapieformen vor einer OP stattfinden – der Tumor soll verkleinert werden. Weitere Möglichkeiten sind bei bestimmten Krebsformen die Hormon- beziehungsweise Antihormon-Therapie und Immuntherapie.

Wenn diese Behandlungsstrategien das Ziel haben, den Krebs zu bekämpfen und zu besiegen, spricht man von kurativer Therapie. Daneben gibt es noch die sogenannte palliative Therapie. Sie kommt in erster Linie dann zum Einsatz, wenn sich der Krebs nicht mehr heilen lässt. Palliative Methoden lindern die Beschwerden und Schmerzen, die ein Tumor mit sich bringen kann, und verbessern dadurch die Lebensqualität des Patienten.

Kann man Krebs vorbeugen?

Ob sich ein Mensch vor Krebs wirklich schützen kann, lässt sich schwer sagen. Doch immerhin sind die größten Risikofaktoren bekannt, die Krebs auslösen können. Dazu zählen das Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und zuviel Alkohol. Wer daher einen gesunden Lebensstil pflegt, kann sein Risiko für zahlreiche Krankheiten vermindern, inklusive verschiedener Krebsarten. Ein ausreichender Sonnenschutz kann helfen, Hautkrebs vorzubeugen. Mädchen können sich gegen humane Papillomaviren impfen lassen und damit ihr Risiko für Gebärmutterhalskrebs senken.

Ganz wichtig: Nehmen Sie die gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch! Wenn der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wird, kann er oft noch gut behandelt werden.



www.apotheken-umschau.de; 20.03.2008, aktualisiert am 12.11.2010
Bildnachweis: W&B/Jürgen Neisel

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