starker Schmerz im Versorgungsgebiet eines einzelnen Nervs, eines Nervengeflechtes (Nervenplexus) oder einer Nervenwurzel. Der Nervenschmerz tritt anfallsartig »einschießend«, wellenförmig oder als Dauerschmerz auf.
Ursache: Bei Nervenschmerz wird nicht der Schmerzrezeptor gereizt, sondern der Nerv in seinem Verlauf. Die Schmerzen werden vom Gehirn aber der Körperregion zugeordnet, in der die jeweiligen Nervenfasern mit ihren Schmerzrezeptoren enden. Dieser Zusammenhang ist auch die Ursache dafür, dass es nach einer Amputation zum Phantomempfinden kommen kann. Ein großer Teil der Nervenschmerzen entsteht dort, wo aufgrund anatomischer Gegebenheiten Nervengewebe durch körperliche Belastungen oder Verschleißerscheinungen dauerhaft (z. B. durch Druck) geschädigt wird. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist die Ischialgie (Ischiassyndrom), auch bei der Trigeminusneuralgie wird solch eine Ursache vermutet. Windpockenviren sind in der Lage, nach einer Infektion in den Nervenzellen einer Nervenwurzel zu überdauern; sie können dann Schmerzen auslösen, die das Versorgungsgebiet der entsprechenden Nervenwurzel betreffen (Zosterneuralgie bei der Gürtelrose).
Behandlung: Wichtig ist v. a., auslösende und belastende Faktoren zu erkennen und zu meiden. Entspannungstechniken tragen zur Verringerung der Schmerzintensität bei. Helfen übliche Schmerzmittel während der Schmerzattacke nicht, so werden Medikamente eingesetzt, die die Erregbarkeit des Nervengewebes herabsetzen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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