Erkrankung mit verstärkter Verklumpung und Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die zu einer Blutarmut (Anämie) führt.
Ursache: Die Kälteagglutininkrankheit beruht auf der Bildung von Kältehämagglutininen. Das sind Kälteantikörper, die zur Immunglobulinklasse M gehören. Die meist rasch wieder abklingende akute Kälteagglutininkrankheit wird z. B. bei Virusinfektionen oder Mykoplasmen-Pneumonie beobachtet. Die häufigere chronische Kälteagglutininkrankheit kann bei bösartigen Erkrankungen des Immunsystems auftreten, z. B. bei bösartigen Lymphomen (Lymphknotenschwellung), oder auch idiopathisch, d. h. ohne erkennbare Ursache.
Befund: Beschwerden treten vorwiegend bei Temperaturen unter 20 °C auf. Typischerweise zeigen sich dann an den Körperenden wie Fingern, Zehen, Nase und Ohren Blässe und eine bläuliche Verfärbung (Zyanose). Durch die Verklumpung und anschließende Auflösung der roten Blutkörperchen entwickelt sich eine Anämie, das aus den zerfallenen Blutkörperchen freigesetzte Hämoglobin wird z. T. mit dem Urin ausgeschieden (Kältehämoglobinurie). Die Diagnose einer Kälteagglutininkrankheit erfolgt durch Blutuntersuchungen.
Behandlung: Bei akuten Formen werden Kortikoide gegeben, je nach Ursache auch Zytostatika und Immunsuppressiva. Tritt eine schwere Anämie auf, sind Bluttransfusionen unumgänglich. Jede Art von Kälte ist unbedingt zu vermeiden, da es zum Verschluss der Gefäße mit Absterben des Gewebes kommen kann.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung