Einstülpung eines Darmabschnittes in einen anderen, am häufigsten des unteren Dünndarms in den Dickdarm (Ileus). Sie führt ohne rechtzeitige Therapie zum Darmverschluss.
Ursachen: Für die Invagination als typische Erkrankung des Säuglings- und Kleinkindesalters gibt es bisher keine befriedigende Erklärung. Vermutet wird, dass heftige Darmbewegungen und die Bildung von großen Lymphknoten in der Darmwand im Rahmen von Magen-Darm-Infekten der Auslöser sein können. Bei älteren Kindern und Erwachsenen entsteht die Invagination häufig im Bereich von krankhaften Veränderungen der Darmwand wie Darmpolypen oder Darmgeschwülsten. Auch das Meckel-Divertikel, ein angeborenes Darmanhängsel, kann zum Ausgangspunkt einer Invagination werden.
Befund: Charakteristisch sind bei Säuglingen plötzlich auftretende, heftige Schreiattacken, bedingt durch kolikartige Bauchschmerzen. Im Verlauf der nächsten Stunden verschlechtert sich der Allgemeinzustand zusehends. Das Kind wird blass und teilnahmslos. Typisch ist der Abgang von blutigem Schleim, der sich entweder bereits in der Windel findet oder bei der rektalen Untersuchung am tastenden Finger. Unerkannt schreitet die Invagination innerhalb weniger Stunden zum völligen Darmverschluss (Ileus) fort. Bei weiterem Bestehen kann es zum Durchbruch der Darmwand und zur Bauchfellentzündung kommen. Die Diagnose wird heute fast immer durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt.
Behandlung: In den ersten Stunden kann der eingestülpte Darmabschnitt meist durch einen Kontrastmitteleinlauf oder durch Einpumpen von Luft in den Dickdarm zurückgeschoben und die Invagination so gelöst werden. Ist dies nicht möglich, wird der Bauchraum operativ eröffnet, um die Einstülpung zu beheben. Bei längerem Bestehen sind die betroffenen Darmabschnitte evtl. so sehr geschädigt, dass sie entfernt werden müssen. In den ersten Tagen nach einer behandelten Invagination kommt es bei einem Zehntel der Betroffenen zu einer erneuten Einstülpung.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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