seltene Geschwülste, die im Herzen entstehen (primäre Herztumoren) oder als Absiedelung (Metastase) eines anderen Tumors in den Herzmuskel einwachsen. Metastasen treten etwa 100-mal häufiger als primäre Herztumoren auf und kommen v. a. bei Brust‐ und Bronchialkrebs vor. Unter den primären Herztumoren sind die gutartigen wesentlich häufiger als die bösartigen (meist Sarkome). Der häufigste gutartige Herztumor ist das Myxom, eine gefäßreiche Geschwulst, die bevorzugt vom Vorhofseptum in den linken Vorhof hineinwächst, selten aber auch in der Herzkammer entsteht und meist Frauen betrifft.
Befund: Es können Beschwerden wie Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen (durch mit dem Blutstrom verschlepptes Tumorgewebe oder Blutgerinnsel) oder auch kurz dauernde Anfälle von Bewusstlosigkeit auftreten. Insbesondere bei bösartigen Herztumoren zeigen sich Gewichtsverlust, Fieber, Blutarmut sowie ein Herzbeutelerguss mit der Gefahr einer Herzbeuteltamponade. Die Diagnostik eines Herztumors stützt sich auf Herzultraschall, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, evtl. auch die Computertomografie oder Kernspintomografie sowie eine Herzkatheteruntersuchung.
Behandlung: Abhängig von der Lokalisation können gutartige Herztumoren operativ entfernt werden. Die Therapie bösartiger Herztumoren (z. B. Chemotherapie oder Strahlentherapie) richtet sich nach der Art des Tumors. Eine Heilung bösartiger Herztumoren ist nicht möglich.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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