schwere bakterielle Infektionskrankheit mit Durchfall und Erbrechen, die durch den hiermit einhergehenden massiven Wasser- und Mineralverlust lebensbedrohlich ist.
Ursache: Der Erreger Vibrio cholerae ist normalerweise nicht in Mitteleuropa heimisch, wird aber gelegentlich aus seinen Verbreitungsgebieten in Asien, Afrika und Teilen Südamerikas eingeschleppt. Die einzige Infektionsquelle ist der Mensch, der die Vibrionen mit dem Stuhl ausscheidet. In Ländern mit schlechter Hygiene gelangen die Erreger über Umwege ins Trinkwasser, das daraufhin Ausgangspunkt für Epidemien ist. Nicht die Vibrionen selbst, sondern das von ihnen produzierte Gift (Choleratoxin) löst die Durchfälle aus, indem es die Dünndarmzellen zur übermäßigen Abgabe von Wasser reizt.
Befund: Bereits wenige Stunden nach der Ansteckung, spätestens jedoch nach einigen Tagen setzen massive, wässrige Durchfälle (Reiswasserstühle) und Erbrechen ein; pro Tag können Kranke bis zu 20 Liter Wasser verlieren. Es besteht die Gefahr der Austrocknung (Exsikkose) und des Verdurstens mit tödlichem Ausgang innerhalb weniger Stunden.
Behandlung: Bei Erkrankten müssen in erster Linie Flüssigkeit und Mineralien ersetzt werden, wozu neben dem Trinken die Zufuhr von Flüssigkeit durch Infusionen erforderlich ist. Die begleitende Einnahme von Antibiotika verkürzt die Zeit, in der die Kranken ansteckend sind. Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht Meldepflicht schon im Verdachtsfall. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Sterblichkeit gering. Eine Impfung gegen Cholera bei Reisen in gefährdete Gebiete ist möglich, bietet aber nur einen ca. 60-prozentigen Schutz.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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