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Chagas-Cruz-Krankheit

Chagas-Cruz-Krankheit,
[ˈʃaːgas kruz], amerikanische Trypanosomiasis, Chagas-Krankheit:

durch Geißeltierchen der Gattung Trypanosoma hervorgerufene lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die in Latein- und Südamerika durch Wanzen übertragen wird. Obwohl die Erkrankung häufig ist und als Todesursache dort noch eine bedeutende Rolle spielt, ist die Infektionsgefahr für Kurzurlauber oder Geschäftsreisende gering, solange sie sich nicht in primitiven Unterkünften aufhalten.

Ursache: Die Blut saugenden Raubwanzen befallen nachts die Schlafenden. Beim Saugakt scheiden die Weibchen den Erreger, Trypanosoma cruzi, mit dem Kot aus; dieser kann über kleine Verletzungen oder die Schleimhäute eindringen. Bisse werden oft nicht bemerkt. Die Infektion kann von Schwangeren an das Ungeborene weitergegeben werden; auch die Muttermilch und Bluttransfusionen sind als Übertragungswege von Bedeutung.

Befund: Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien. Die akute Chagas-Cruz-Krankheit beginnt mit einer entzündlichen Schwellung im Bereich der Eintrittsstelle des Erregers, meist im Bereich der Augen; es folgen nach ca. 2 Wochen Fieber, Durchfälle, Hautausschlag und Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Selten kommt es zu einer schweren Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute (Meningoenzephalitis), die zum Tod führen kann. 10–30 Jahre nach dem Frühstadium entwickelt sich die chronische Chagas-Cruz-Krankheit mit lebensbedrohlichen Herzmuskelerkrankungen, Vergrößerungen und Funktionsstörungen der Speiseröhre und des Darms (sog. Megabildungen) sowie Schädigungen des Nervensystems. Herzrhythmusstörungen, Lungenembolien und eine allgemeine Herzleistungsschwäche sind verantwortlich für den oft tödlichen Verlauf der Krankheit.

Behandlung: Bei Einnahme von Antiparasitenmitteln in der akuten Phase der Chagas-Cruz-Krankheit bestehen gute Heilungschancen, die Medikamente sind jedoch nebenwirkungsreich. Bei der chronischen Chagas-Cruz-Krankheit stehen beschwerdelindernde Maßnahmen und körperliche Schonung im Vordergrund, da eine Heilung meist nicht erreicht werden kann.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2011

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